DIE ORTH SPIELE

Machtplay ist die ursprünglichste Form des Golfspiels. Lange bevor das Zählspiel oder auch Stableford ausgetragen wurden hieß immer 1 gegen 1.

Das Regelwerk unterscheidet sich stark vom Zählspiel. So hat die Ehre beim Abschlag und auch die Schlagreihenfolge eine ganz andere Bedeutung; Regelverstöße werden zumeist nicht mit zwei Strafschlägen sondern mit Lochverlust gewertet.

Unser Clubpokal wird Netto ausgetragen. Die Differenz der jeweiligen Course-Handicaps wird auf 3 / 4 gekürzt und die Schläge nach dem Schwierigkeitsgrad auf die Löcher verteilt. Viele Spieler denken, dass es im Lochspiel besser sei, aggressiver zu spielen, andere schwören auf taktisches Abwägen. Und die Psyche spielt ebenfalls eine besondere Rolle. Es ist und bleibt eine tolle Spielform und insgesamt 77 Mitglieder, darunter leider nur 11 Spielerinnen, hatten sich für das Turnier eingetragen.

Um auf eine gerade Ausgangszahl von 64 Spielern zu kommen, musste es einige Vormatches geben. Die Finalisten des letzten Jahres wurden gesetzt, alle anderen gelost.

Es gab sehr viele enge Matches, einige davon mussten in die Verlängerung des „Sudden Death“. Das bedeutet, dass nach 18 Loch solange weitergespielt wird, bis einer von beiden Spielern ein Loch gewinnt und damit als Sieger feststeht.

In der oberen Hälfte der 64 Spieler setzte sich der erst 12jährige Alexander Orth mit tollen Schlägen und guten Putts gegen ein ganze Reihe von sehr viel besseren Spielern, wie Oliver Tiepelmann, Jan Worlitz und Franz Lichtenberg durch. Im Halbfinale besiegte er Achim Reiter und stand als jüngster Spieler der Vereinsgeschichte im Finale.

In der „unteren“ Hälfte kam es schon der zweiten Runde zu dem Match des Titelverteidigers Niklas Nachtwey  

gegen Annabell Orth, die diese Partie gewann. Annabell besiegte danach noch Dieter Olowson und wartete gespannt auf ihren Gegner im Halbfinale. Valentina Orth hatte bereits ihre Mannschaftskameradin Carlotta Overheu und den Herrenmannschaftskapitän Maximilian von Düring geschlagen. Nachdem sie sich dann auch gegen Julian Damm durchsetzte, kam es zu dem Halbfinale der beiden Schwestern. Das hochklassige Match der Beiden endete auf der Bahn 18 mit dem Sieg von Valentina.

Im Finale standen sich nun die Geschwister Valentina und Alexander Orth gegenüber. Annabell zog die Tasche ihrer Schwester und Nils Rose, der Azubi der Golfschule und Coach von Alexander war dessen Caddy. Leider regnete und donnerte es, aber es entwickelte sich ein spannendes Match, das ebenfalls erst am letzten Loch entschieden wurde. Schlussendlich gewann Valentina mit „2 auf“ gegen ihren Bruder und hatte mit ihrem Sieg gleichzeitig Vereinsgeschichte geschrieben, denn noch nie hat ein weiblicher Spieler den Clubpokal gewonnen. (StQ)